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Chronik:



Philatelie in der SBZ/DDR 1945-1990

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1945-1949

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges gab es Bestrebungen, eine neue philatelistische Organisation aufzubauen. Die Initiative ging dabei von engagierten Sammlern aus.

„Es ist erstaunlich, dass Menschen in jener schwierigen Nachkriegszeit, als die Sorge um ausreichende Ernährung und Kleidung sowie um warme Wohnungen dominierte, an das organisierte Briefmarkensammeln dachten.“ (aus den „Informationen Nr.63, Dr. Wolf-Dietrich Sprung, Rostock).

Einer der ersten Sammlervereine in der damaligen Sowjetischen Besatzungszone, der „B.S.C. Hallensia“, Halle, hatte die Nazizeit mit relativer Selbständigkeit überstanden und wurde in den Nachkriegsjahren zum führenden Verein. 1946 erfolgte in Thüringen die Gründung der „Briefmarken-Sammler-Gruppe Gotha“. Dieser Verein rief 1947 alle Philatelisten des Landes zur Gründung einer gemeinsamen Organisation auf. In Gera gab es bereits 1946 eine „Sportgemeinschaft der Briefmarkensammler“. Es bildeten sich mehrere Vereinigungen mit einigen Untergruppen.
(Gössnitz , Dresden)
Die erste deutsche Briefmarkenausstellung nach dem 2. Weltkrieg fand in
Berlin vom 8.-15.12.1946 statt.
Nach Gründung der FDJ 1946 und der Pionierorganisation 1948 wurden auch an den Schulen erste Jugend- bzw. Kinder- Sammlergruppen gebildet.
Bereits im März 1947 erschien mit dem „Sammler-Express“ die erste Nummer der philatelistischen Fachzeitschrift.

Am 4.Oktober 1947 erfolgte in Cottbus die Gründung des „Instituts für Philatelie“ .Es Verstand sich als Zentrale Stelle. In allen vier Besatzungszonen sollten Agenturen entstehen. Es war ein erster Versuch der Zusammenführung aller Vereine , insbesondere der in der SBZ. Das Institut existierte unter wechselnder Leitung ca. 1,5 Jahre.

Eine Versandstelle für Briefmarken existierte in Berlin-Charlottenburg in den Jahren 1946-1948, daraus wurde wahrscheinlich die Versandstelle in Berlin-12-West. Im Ostteil Berlins wurde 1947 provisorisch das Postamt Berlin 8 (Zweigpostamt Berlin 9 des PA Berlin W 8), Französische Straße 9/12, für diesen Postdienst eröffnet.



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1 9 4 9   -   1 9 5 2 

1949-1952

Am 9. April 1949 hatte die Leitung des Kulturbundes (gegründet am 3.7.1945) die Vertreter von philatelistischen Gruppen zu einer Beratung nach Berlin eingeladen. Im Mittelpunkt der Tagung stand die Eingliederung der Sammlergruppen in den Kulturbund. Es war vorgesehen, örtliche Sektionen Philatelie zu schaffen und diese in Landeskommissionen zusammenzufassen. Aus den Landesgruppen sollte eine Zentrale Kommission Philatelie bei der Zentralleitung des Kulturbundes gebildet werden. 1949 entstanden in allen damaligen Ländern die Landeskommissionen und im Juli die Zentralkommission. Erster Vorsitzender wurde Herr Felix Martin, Chemnitz.

Bereits 1950 bildeten sich spezielle Arbeitsgemeinschaften (später ZAK (Zentrale Arbeitskreise) bzw. BAK (Bezirksarbeitskreise), heute (2010): Arge (Arbeitsgemeinschaft) zu speziellen Sammelgebieten, wie: Österreich, Preußen, Sachsen, Nordische Staaten, Luftpost und Motive „Gemälde auf Briefmarken“, u.a. (1950 waren es 17).

Die erste großen Briefmarkenausstellung in der DDR fand in der Messestadt Leipzig vom 26.8.-3.9.1950 statt. Es war die 1. DEBRIA, verbunden mit dem Deutschen Philatelisten-Kongreß.
Anläßlich dieser Ausstellung erschien der erste LIPSIA-Kataog „Europa 1951“.
1951 wurde Herr Artur Vogt zum neuen Vorsitzenden der Zentralen Kommission gewählt.

Tag der Briefmarke 1951

Mit Gesetz vom 23.7.1952wurden die fünf Länder aufgelöst und 15 Bezirke gebildet. Daraus resultierend wurden aus den fünf Landeskommissionen 15 Bezirkskommissionen gebildet.



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1 9 5 3   -   1 9 6 0 

1953

Im Juli 1953 faßte die Bundesleitung des Kulturbundes einen bedeutenden Beschluß.
Den Arbeitsgemeinschaften Philatelie wurde innerhalb der Ortgruppen des Kulturbundes mehr Selbständigkeit hinsichtlich der Wahl der Leitungen, der Werbung neuer Mitglieder und deren Aufnahme gewährt. Für die Zentrale Kommission Philatelie wurde die Zusammensetzung festgelegt.

Am 15.11.1953 fand die 1. Zentrale Delegiertenkonferenz der Sektion Philatelie im Kulturbund statt.
Geschäftsordnung der Sektion Philatelie wurde beschlossen. Die Mitglieder der Zentralen Kommission wurden gewählt.
Zusammensetzung:
15 Vorsitzende der Bezirkskommissionen, der Sekretär der Zentralen Kommission, der Chefredakteur des „sammler express“, ein Vertreter der Bundesleitung des Kulturbundes, ein Vertreter des Post- und Fernmeldewesens, ein Vertreter der FDJ und ein Vertreter des FDGB.

1954
Im März 1954 wurde dem Wunsch vieler Sammler nach der Möglichkeit des Tausches mit dem Ausland endlich nachgekommen.

1955

Mit Wirkung vom 27.5.1955 wurden die „Sperrwerte“ bei den Briefmarkenausgaben geschaffen. Es handelte sich dabei um die Verknappung eines bestimmten Wertes eines Satzes. Damit sollten Spekulationen unterbunden werden.
Die Sammler der DDR hatten die Möglichkeit, mit einem Sammlerausweis bis zu drei Ausgaben zu beziehen.

1956

Im Juli 1956 fand die FINLANDIA 56 in Helsinki statt. Philatelisten aus der DDR stellten dort Exponate/Sammlungen vor. Auf der dort stattfindenden FIP-Tagung wurde durch die DDR-Delegation der Antrag auf eine Mitgliedschaft gestellt. Dieser wurde mit der Begründung zurückgestellt, dass die Organisationsform der Sektion Philatelie nicht den Satzungen der FIP entspräche.

1958

1. Kongreß der Sektion Philatelie vom 7.-10.2.1958 in Dresden.

1959


Vom 4.-13.9.1959 fand in Berlin die II. Deutsche Briefmarkenausstellung „DEBRIA II“ statt. Es wurden 424 Exponate aus allen Bereichen der Philatelie gezeigt. Ca. 20 000 Besucher wurden gezählt. In diesem Jahr führte der „sammler express“ ein „Briefmarkentoto 5 aus 53“ durch. Durch die Sammler war die Frage zu beantworten: Welches Motiv entspricht am besten dem gegebenen Anlaß (Des Jahres 1958)?

1960

Die erste internationale Ausstellung in der DDR fand vom 8.-18.9.1960 im Alten Rathaus von Leipzig statt. An der „INTERMESS I“ beteiligten sich Aussteller aus Messestädten in 14 Ländern.



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1 9 6 1   -   1 9 6 9 

1961

"Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.", Walter Ulbricht auf einer Pressekonferenz am 15. Juni 1961 ...

1962

Nach dem Tod Artur Vogts im Jahr 1964 wurde Herr Kurt Sämisch als sein Nachfolger gewählt.

1963

Ab 1963 wird von den Sammlern die „Goldene Briefmarke“ als Schönste des Jahrganges ausgewählt.

1964

Das Jahr 1964 war für die Philatelisten geprägt von der Nationalen Briefmarkenausstellung „15 Jahre DDR“ .Sie fand vom 3.-18.10. im Berliner Postmuseum statt. Es wurden 161 thematische Exponate gezeigt.
Ein besonderer Anziehungspunkt war eine Spezialsammlung DDR. Ca. 50 Sammler hatten ein aus ca. 700 Blatt bestehende DDR-Sammlung geschaffen, die Raritäten des Sammelgebietes DDR enthielt. Sie ging in der DDR-Philatelie als Zusatztbezug für Briefmarken möglich.

1966

Die 1. Briefmarkenausstellung der Jugend fand vom 2.-10.7.1966 in Halle statt. Gezeigt wurden 253 Exponate aus allen Bezirken.

1967

Im September 1967 rief Budapest zur internationalen Ausstellung AEROPHILA nach Budapest., wo der Zentrale Arbeitskreis Luftpost der DDR in die FISA (Internationaler Verband der Aerophilatelisten) aufgenommen wurde.
In Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) fand vom 6.-15.10.1967 die Internationale Briefmarkenausstellung „50 Jahre Roter Oktober“ statt (523 Exponate aus 11 Ländern, 20 000 Besucher). Entsprechend des Themas der Ausstellung erschien ein Briefmarkensatz und ein Block, dessen Zuschlag von 25 Pf der Finanzierung der Ausstellung diente.
Zum ersten Mal begingen die Philatelisten der DDR den „Tag der Philatelisten“. Er löste den bis dahin jährlich begangenen „Tag der Briefmarke“ ab.

1968

waren ca. 67 000 Erwachsene in rund 1600 Arbeitsgemeinschaften vereint, 20 000 Kinder und Jugendliche wurden durch diese betreut.
Auf der Weltbriefmarkenausstellung PRAGA 68 gingen 60 Medaillen an die ausstellenden Philatelisten der DDR.
Zum Jahresende gab es unter den Philatelisten Diskussionen um neue Leitsätze der Organisation.

Das Präsidium des Kulturbundes stimmte dem Vorschlag zu, den Philatelistenverband der DDR im Deutschen Kulturbund zu gründen.

1969

Die Gründungskonferenz des Philatelistenverbandes im Kulturbund der DDR fand am 19. und 20. April 1969 in Leipzig statt.
Am 19. April fassten die 262 Delegierten den Beschluß zur Gründung des Verbandes.
Zum Vorsitzenden des Zentralvorstandes wurde Herr Kurt Sämisch (1907-1982) gewählt.
Bereits am 10.6.1969 wurde der Philatelistenverband der DDR auf dem 38. FIP-Kongress in Sofia (Bulgarien) als Mitglied in die internationale Organisation der Philatelisten (FIP)
aufgenommen.
„20 Jahre DDR“ . Dazu erschien am 4.6.1969 eine Briefmarke mit der Abbildung des Abzeichens des Verbandes. Zwei weitere Marken folgten am 20.10.
Es war ein „Ausstellungsjahr“. Der Bezirk Cottbus hatte 51, Magdeburg 56, Halle 102 ...
Die „Goldenen Briefmarke“ wird ab Jahrgang 1969 2-mal vergeben: 1.) Welche Ausgabe ist in ihrer gesellschaftlichen Aussage am überzeugendsten? 2.) Welche Ausgabe ist in ihrer grafischen Gestaltung am besten gelungen?



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1 9 7 0   -   1 9 9 0 

1970

war ein „Jubiläumsjahr“: Lenins 100’er Geburtstag, 25 Jahre Befreiung vom Faschismus, 25 Jahre Kulturbund, 25 Jahre Deutscher Demokratischer Rundfunk, 25 Jahre FDGB, 25 Jahre Deutsche Volkspolizei, 20 Jahre Görlitzer Abkommen, 25 Jahre Potsdamer Abkommen, 25 Jahre UNO, 150. Geburtstag von Friedrich Engels, 200 Geburtstag von Ludwig van Beethoven. Dazu verausgabte die Post der DDR jeweils Briefmarken. Selbstverständlich spiegelten sich diese Jubiläen auch in den Ausstellungen wieder.
Erstmals wurde der Zentrale Leistungsvergleich der Bezirksverbände durchgeführt. Dabei handelte es sich um eine Ausstellung, wobei jeder Bezirk ein Exponat zu vorgegeben Themen entsenden durfte.
Der 1. fand in Potsdam am 25. und 26. Juli 1970 statt. Der Leistungsvergleich fand jedes Jahr statt.
Der Höhepunkt der DDR-Philatelie war die 2. Briefmarkenausstellung der Jugend in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz). Über 400 Exponate wurden gezeigt. Erstmals wurde junge Philatelisten in die Jury-Arbeit einbezogen.
Ab dem 6.12.1970 wurde Herr Peter Fischer der amtierende Vorsitzende des Verbandes.

1971

– Weltbriefmarkenausstellung „Budapest 71“, Freundschaftsausstellungen: Potsdam-Opole in Potsdam, mit Bulgarien in Sofia und Berlin
Am 1. Oktober 1971 wurde eine Vereinbarung des Philatelistenverbandes mit dem Ministerium für Post- und Fernmeldewesen getroffen: Sie betraf das Zusammenwirken bei der Emissionsplanung, bei der Veranstaltung von Ausstellungen und bei der Lösung von kulturpolitischen Fragen. Die Deutsche Post sagte den Philatelisten eine jährliche Verausgabung von Briefmarken zu philatelistischen Anlässen zu und gestattete den Arbeitsgemeinschaften, Aushänge in den Postämtern anzubringen. Die Philatelisten wollten ihrerseits die Post mit Arbeitseinsätzen zu Spitzenzeiten unterstützen.
Im Schuljahr 1971/72 wurde erstmals der Philatelistische Jugendwettbewerb durchgeführt. Dieser beinhaltete als Thema die Hauptstädte der sozialistischen Länder. Er bestand aus drei Teilen: philatelistisches Wissen, Wissen zum Thema (Hauptstädte) und die Gestaltung eines 3-Blatt-Exponates. Es beteiligten sich am 1. Wettbewerb 173 Jugendgruppen, in allen Bezirken fanden Ausscheide statt und in Bad Saarow gab es vom 29.4.-1.5.1972 den DDR-Ausscheid. Dem nationalen Ausscheid folgte ein internationaler in Bydgoszcz (Polen).
Der Wettbewerb wurde ab 1971 jedes Jahr ohne Unterbrechung durchgeführt. Ohne Zweifel erhielt die Philatelie unter den Nachwuchssammlern einen starken Impuls.

1972

Im Januar wurde auf Anordnung des Ministeriums für Handel und Versorgung der Handel (Tausch usw., sh auch 1990) mit Postwertzeichen der faschistischen Zeit verboten.
Internationale Ausstellungen: Vom 4.10.-12.11. fand die internationale Briefmarken- und Kunstausstellung INTERARTES’72 statt. Im Pergamon-Museum und im Alten Museum Berlins wurden während der fünf Wochen 108 000 Besucher gezählt. Aus der Verbindung zu den gezeigten Originalkunstwerken aus verschiedenen Museen wurde die Philatelie damit in den Gesamtbereich Kunst und Kultur eingeordnet.
Internationale Ausstellungen (mit DDR-Beteiligung):
Weltausstellung BELGICA 72, FIP-Jugendausstellung INTERJUNEX in Kristiansand (Norwegen),
2. SOZPHILEX in Sofia, Ausstellung in Moskau und Minsk.

1973

war das Jahr der Jugend. Intensive Impulse wurden durch die „X. Weltfestpiele der Jugend und Studenten“, die im Sommer in Berlin stattfanden gesetzt. Der „Philatelistische Jugend-Wettbewerb“ hatte die Spiele zum Thema, im Berliner Postmuseum fand eine Ausstellung mit 40 Exponaten junger Sammler statt. Die „Junge Welt“ und der Radiosender „DT 64“ verausgabten zwei 3. Briefmarkenausstellung junger Philatelisten fand vom 6.-14.10.1973 in Halle statt. Es wurden 352 Exponate mit überwiegend thematischen Inhalten gezeigt. Elf junge Philatelisten wurden als Juroren aktiv. Wir wurden damals in Wernigerode auf einem Juroren-Lehrgang darauf vorbereitet.
Im April 1973 fand die 2. Zentrale Verbandskonferenz verbunden mit den Verbandswahlen statt. Sie stand unter dem Thema „Philatelie in unserer Zeit“ und zog Bilanz seit der Verbandsgründung. In seiner letzten Tagung vor der Konferenz am 14.12.1973 wurde der bisherige Vorsitzende Herr Kurt Sämisch zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Unter dem Vorsitz von Herrn Peter Fischer konstituierte sich der neu gewählte Zentralvorstand.

1974

gab es nach der Konferenz vielfältige Aktivitäten, insbesondere zur intensiven Erforschung der Postgeschichte der DDR (bzw. der SBZ seit 1945).
Ausstellungen: 4. SOZPHILEX in Katowice (Polen), Weltjugendausstellung MLADOST in Sofia (Bulgarien), Weltausstellung INTERNABA in Basel (Schweiz), STOCKHOLMIA in Stockholm (Schweden), AEROPHILA in Budapest (Ungarn)

Vom 26.10.-3.11.1974 fand die Nationale Briefmarkenausstellung "DDR 74" in Karll-Marx-Stadt. statt.

1975
wurde die SOZPHILEX zum fünften Male durchgeführt. Diesmal in Moskau.
Die ersten beiden von fünf geplanten Regionalausstellungen wurden durchgeführt. In Leipzig (für die Bezirke Leipzig, Dresden und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)); in Halle-Neustadt (für die Bezirke Halle, Magdeburg und Potsdam). Vom 28.6.-7.7. 1975 fand eine Ausstellung anlässlich des 25. Jahrestages der Unterzeichnung des Abkommens über die Oder-Neiße-Friedensgrenze statt, die gleichzeitig „Tür an Tür“ in Görlitz (DDR) und Zgorzelec (Polen) stattfand. Beteiligungen an internationalen Ausstellungen gab es in Madrid (Spanien) zur ESPANA, an der ARPHILA in Paris (Frankreich) sowie an der THEMABELGA in Brüssel (Belgien). Große Beachtung fand die im Herbst im Postmuseum von Stockholm stattfindende Ausstellung mit Exponaten von jungen Philatelisten.

1976

Beteiligung an Ausstellungen: INTERPHIL in Philadelphia (USA), HAFNIA in Kopenhagen (Dänemark), ITALIA in Mailand (Italien), 6. SOZPHILEX in Prag (CSSR), Drei-Städte-Schau Paris-Moskau-Berlin in der französischen Hauptstadt.
Vom 14.-22.8.1976 fand im Zyklus die Regionalausstellung der Bezirksverbände Neubrandenburg, Rostock und Schwerin statt. Diese Ausstellung war verbunden mit dem Leistungsvergleich der Bezirksverbände der DDR. – Es war ein Höhepunkt im „Norden“!
In Gera fand die4. Nationale Jugendausstellung(6.-15.8.1976) statt. Zum ersten Mal gab es eine Altersklasse zwischen 19 und 25 Jahren., die sich als Übergang zu den Erwachsenen bewährte. Im selben Jahr beteiligten sich die jungen Philatelisten an der Internationalen Ausstellung JUVAROUEN in Rouen (Frankreich).

1977

Vom 19.-28.8. fand die(7.) SOZPHILEX 77 in Berlin statt. Sie konnte 50 000 Besucher verzeichnen. JUPPHILEX 77 in Bern (Schweiz)

1978

wurde durch den Zentralvorstand ein zentraler Vortragswettbewerb für 1979 ausgeschrieben.
Vom 21.-30.7.1978 wurde in Cottbus die 5. Briefmarkenausstellung der Jugend gezeigt..
Ausstellungsbeteiligungen: 8. SOZPHILEX in Szombathely (Ungarn), Weltausstellung PRAGA 78 in Prag, Weltausstellung CAPEX in Toronto (Canada), Jugendausstellung Österreich-DDR in Mattersburg (Österreich)

1979

gab es ein Doppeljubiläum „30 Jahre Philatelie im Kulturbund der DDR – 10 Jahre Philatelistenverband“. Einen Höhepunkt in diesem Jahr war die Nationale Briefmarkenausstellung „DDR 79“ die vom 10.-19.8.1979 in Dresden.
Ausstellungsbeteiligungen: PHILASERDICA 79 in Sofia (Bulgarien), 9. SOZPHILEX in Bukarest (Rumänien), NAJUBA 79 in Baden/Zürich

1980
Die Internationale Briefmarkenausstellung AEROSOZPHILEX 1980 findet in Berlin statt.
Ausstellungsbeteiligungen: „JUPOSTEX-Holland“ , Jugendausstellung in Eindhoven (Niederlande), NORWEX 80, Oslo (Norwegen), JUNIORSOZPHILEX in Plzen (CSSR)

1981

3. Zentrale Verbandskonferenz am 21./22 März 1981,Gemeinsam mit der Gesellschaft für Heimatgeschichte im Kulturbund wurde die Ausstellung „Militaria 81“ zum 25. Jahrestag der Nationalen Volksarmee (NVA) durchgeführt. Zu sehen war sie in Berlin im Januar und Februar.
Ausstellungsbeteiligungen: SOZFILEX in Bratislava (CSSR), WIPA in Wien (Österreich), Weltjagdausstellung „Expo 81“ in Plovdiv (Bulgarien, PHILATOKYO ‚81 in Tokyo, Zum XI. mal fand die BEBRIA , Berlin, statt. 10 000 Besucher sahen die Ausstellung im November/Dezember.

1982

Nach dem X. Bundeskongreß des Kulturbundes wurdeim Zentralvorstand und den Verbänden und Arbeitsgemeinschaften über den Platz und die Rolle der Postgeschichte diskutiert und es wurden Anregungen zu diesem Sammelgebiet gegeben.
1. Briefmarkenfreundschaftsausstellung DDR-Kuba vom 2.-11.7.1982 in Berlin.Die 7.Briefmarkenausstellung der Jugend der DDR findet in Schwerin statt.
Ausstellungsbeteiligungen: Sozphilex ‚82 in Weliko Tarnowo (Bulgarien), CANADA 82, TORONTO (Kanada), Vom 3.-12.9.1982 fand die 1. SOCPHILEX für Postgeschichte und Ganzsachen in Neratovice (CSSR) statt, BELGICA in Brüssel (Belgien).

1983

Beteiligung an der Briefmarkenmesse LYMPURGA `83 in Lymburg und an der Philatelia ´83 in Düsseldorf durch den VEB Philatelie Wermsdorf (Messebriefe) . Zum 500. Geburtstag Martin Luthers – eine Ausstellung des Philatelistenverbandes mit der Gesellschaft für Heimatgeschichte vom 12.-21.8.1983 in der Lutherstadt Wittenberg. JUNIOR-SOZPHILEX, vom 07.-29.08.1983 in Berlin.
Ausstellungsbeteiligungen: 1. Bilaterale Ausstellung Kuba-DDR in Havanna (Kuba) 19.-27.03.1983
SOZPHILEX 83, Moskau vom 14.-23.10.1983

1984 Am 22.9.1984 trat in Berlin der Zentralvorstand zu seiner 13. Tagung zusammen. In Vorbereitung wurden Funktionäre des Verbandes um Hinweise, Meinungen und Anregungen zum Thema „Philatelistisches Forschen – Ergebnisse und Aufgaben“ gebeten. Um den Zielen der Leistungsvergleiche zwischen den Bezirken zu entsprechen wurde im Beschluß III/68 festgelegt, das Exponate nicht delegiert werden dürfen, die auf FIP-Ausstellungen und SOZPHILEX-Ausstellungen mit Silber oder höher bewertet wurden, die auf Nationalen Ausstellungen der DDR vor dem 1.7.1984 mit Vermeil oder höher bewertet wurden, die in früheren Zentralen Leistungsvergleichen mit Silber oder höher bewertet wurden.
Auf der 13. Tagung wurde eine neue Ordnungüber das Prüfungswesen beschlossen. Diese trat am 31.03.1985 in Kraft.
Nationale Briefmarkenausstellung DDR 84 (279 Exponate), Halle;
8. Briefmarkenausstellung der Jugend vom 6.-14.10.1984 in Magdeburg (438 Exponate)
Ausstellungsbeteiligungen: SOCPHILEX 84 in Wroclaw (Polen) ; MLADOST 84, 8. Weltjugendbriefmarkenausstellung, Pleven (Bulgarien), ESPANA 84 Madrid (Spanien)

1985

Vom 1.-9.6.1985 gab es die „Sport 85“ in Berlin. Der Präsident des Internationalen olympischen Komitees, Juan Antonio Samaranch, eröffnete diese Ausstellung. 4. Luftpostsalon der DDR vom 26.-27.10.1985 in Zwickau; Briefmarkenausstellung „Musik in der Philatelie“ vom 21.-24.3. in Köthen
Ausstellungsbeteiligungen: Weltausstellung „Budapest 85“; OLYMPHILEX 85 in Lausanne (Schweiz) - die bis dahin umfassendeste Exposition der Sportphilatelie; SOZPHILEX für Postgeschichte vom 4.-13.10.1985 in Berlin; MOPHILA 1985 in Hamburg.

1986
In Vorbereitung der 4. Zentralen Verbandskonferenz wurde im „sammler express“ eine Leserdiskussion zum Thema „Was ist moderne Philatelie“ geführt.Die 18. Tagung des Zentralvorstandes beschließt die „Richtlinie zur Führung von Chroniken sowie zur Dokumentation der DDR-Philatelie-Geschichte“. Das lang erwartete Standardwerk der „DDR-Universalkatalog“ erscheint.
„9. Briefmarkenausstellung der Jugend der DDR“ vom 25.7.-3.8.1986 in Berlin mit über 300 Exponaten, SPORT 86 in Suhl vom 6.-14.9.1986 zur 44. Weltmeisterschaft im Sportschießen ; DDR-Rumänien vom 20.-31.8.1986 in Radebeul; “Naturwissenschaften und Technik“ vom 11.-19.10.1986 in Magdeburg
Ausstellungsbeteiligungen: SOCFILEX ‚86 vom 21.-29.6.1986 in Kolin (CSSR), STOCKHOLMIA 86,NAJUBRIA 86 in Villingen-Schwennigen (BRD)

1987

April 1987 – 4. Zentrale Verbandskonferenz in Rostock – eine Verständigung über Wesen und Inhalte einer modernen Philatelie – Wie kann sie sich im Verband weiter ausprägen? Wie organisieren wir ihre wachsende Ausstrahlung in einer immer breiteren Öffentlichkeit? Wie befriedigen wir das wachsende Bedürfnis nach einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung der Bürger, die philatelistisch interessiert sind?
Der philatelistische Jugendwettbewerb findet in Burg Stargard bei Neubrandenburg statt. Erstmals wurden die Fragen am Computer abgearbeitet. Im Juni fand der XI. Bundeskongreß des Kulturbundes statt. Die Losung des Kongresses war „Geistig-kulturelles Schöpfertum für Frieden und Sozialismus“.
Im Rahmen des 6. ZLV wurde eine Bewertung von Fachvorträgen (auf DIA´s) vorgenommen.
Ausstellungen: „Partnerstädte Berlins im Spiegel der Philatelie“ zur 750-Jahr-Feier Berlins vom 22.-30.8.1987 ; FLORA 87 in Erfurt vom 30.5.-8.6.1987; die während der Blumenschau „Die Iris blühen“ auf dem Ausstellungsgelände der „iga“ stattfand. 11 000 Besucher konnten gezählt werden, darunter auch viele Nichtphilatelisten. „Frieden und Kultur“ vom 6.6.-12.7.1987 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) – während des XI. Bundeskongreß des Kulturbundes; DDR-offene thematische Ausstellung: „Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft, Jagdwesen und Naturschutz“ am 27. und 28. Juni 1987 in Gnoien; Freundschaftsbriefmarkenausstellung DDR-Kuba in Schwerin vom 17.-21.9.1987
Internationale Ausstellungen(Beteiligungen): CAPEX’87 in Toronto (Canada), Junior-Sozphilex vom 13.-21.6.1987 in Kosice (CSSR), Weltausstellung der Olympiaphilatelie OLYMPHILEX ´87 im August/September in Rom; AERO-SOZPHILEX ´87 in Tirgu Mures (Rumänien); Freundschaftsbriefmarkenausstellung Rumänien-DDR in Caras-Severin vom 13.-20.9.1987; „Freundschaft und Waffenbrüderschaft“ vom 25.-29.9.1987 in Sofia (Bulgarien)

1988

Der „sammler express“ erscheint mit neuem Gesicht und mehr Farbe. Zum 25. Mal wird die Briefmarken-Preisumfrage „Goldene Briefmarke“ gestellt. Der Zentralvorstand ruft in Vorbereitung des 40. Jahrestages der DDR dazu auf, die Geschichte der DDR philatelistisch zu erkunden. Dazu gehört 1.) die Organisation von Ausstellungen, Publikationen in Zeitungen und Zeitschriften, philatelistische Wandzeitungen, usw.; 2.) die Anfertigung von Miniexponaten (6 bis 12 Blatt); und 3.) die Planung von entsprechenden Vorhaben durch alle Vorstände. Der 6. Zentrale Leistungsvergleiche aller 15 Bezirke wurde nach 3 Jahren im November beendet. Der 7.Leistungsvergleich sollte 1990 beginnen...
Ausstellungen: 10. Briefmarkenausstellung der Jugend der DDR vom 13.-22.8.1988 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und in Erfurt vom 23.9.-2.10.1988

Internationale Ausstellungen(Beteiligungen): „Praga 88“; 9. Internationale Postwertzeichen-Ausstellung Junger Philatelisten JUVALUX ´88 vom 29.3.-4.4.1988 in Luxemburg; SOZPHILEX 88 in Kecskemet (Ungarn) vom 12.-21.6.1988, FINLANDIA 88 im Juni in Helsingfors (Finnland); „CSSR-DDR“ Ceske Budejovice (CSSR) vom 20.-28.5.1988; „Szczecin ´88“ vom 1.-6.6.1988

1989

Der Verband hat rund 60 000 Mitglieder. Der Verband beging sein 20-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß erschien eine Gedenkmedaille ,die an verdiente Mitglieder am Tag der Philatelisten verliehen wurde. Die Diskussionen seit der 4. Zentralen Verbandskonferenz 1987 rissen nicht ab, im Gegenteil aufgrund der sich anbahnenden politischen Veränderungen wurde nach neuen Wegen gesucht.
Im Bemühen um Verbesserung des Wirkens des Philatelistenverbands im Interesse seiner Mitglieder sieht der Engere Vorstand des Zentralvorstands drei Hauptbereiche und unterbreitet dazu folgende Vorschläge zur Veränderung:

I. Die Stellung des Verbands im Kulturbund der DDR
1. Entwicklung einer größeren Eigenständigkeit des Verbands bei gleichzeitiger
Anerkennung seiner Leistungen und seines Stellenwerts
2. Stärkere personelle Vertretung des Verbands in den Leitungen der
Dachorganisation Kulturbund
3. Klärung von Grundfragen des Verhältnisses zwischen ehrenamtlichen
Verbandsvorständen und hauptamtlichen Kulturbundsekretariaten
4. Klärung und Neufassung finanzieller Fragen
5. Erweiterung der Möglichkeiten internationaler Arbeit auf dem Gebiet der Philatelie
6. Herstellung der Arbeitsfähigkeit der Abteilung Philatelie des Bundessekretariats
(Kaderfragen, materielle Ausstattung)
II. Die weitere Entwicklung des Philatelistenverbands
1. Verbesserung der Arbeitsfähigkeit der Vorstände durch Kaderveränderungen,
insbesondere durch Verjüngung und Einbeziehung von mehr Frauen
2. Erneuerung der Jugendarbeit in Zusammenarbeit mit Volksbildung und FDJ
3. Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit in Presse, Rundfunk und Fernsehen
4. Lösung des Problems neuer, für den ganzen, Verband verwendbarer
Ausstellungsrahmen
5. Veränderung des Inhalts der Briefmarkenumfrage
III. Der Verband als Interessenvertreter gegenüber anderen gesellschaftlichen
Partnern
1. Überprüfung der Regelungen des Auslandstauschs
2. Überprüfung der Praxis des Ex- und Imports von Briefmarken und anderen
philatelistischen Materialien
3. Verbesserung des Briefmarkenhandels (unter anderem Aufhebung der
Ankaufsbeschränkungen)
4. Grundlegende Verbesserung der materiellen Versorgung mit philatelistischen
Bedarfsartikeln und Zubehör
5. Lösung der Katalogfrage und Schaffung einer Literaturkonzeption
6. Schaffung einer zentralen philatelistischen Bibliothek beim Postmuseum der DDR
7. Veränderung der Emissionspolitik der Deutschen Post der DDR
8. Umfangserweiterung des "sammler express" und Herausgabe weiterer
Arbeitsmaterialien des Verbands
Diese Vorschläge zur Veränderung sind zur Diskussion gestellt. Meinungsäußerungen können an das Sekretariat des Zentralvorstands des Philatelistenverbands im Kulturbund der DDR, Postfach 1363, Berlin, 1086, gerichtet werden.
Erste Kontaktaufnahmen zu den Vereinen und Vorständen des Bundes Deutscher Philatelisten erfolgten.

Ausstellungen: „DDR 89“ vom 25.8.-3.9.1989 in Magdeburg gewidmet dem 40. Jahrstag der DDR mit Spitzenexponaten aus allen Bereichen der Philatelie. 258 Exponate waren zu sehen. Hervorzuheben sind
Internationale Ausstellungen: Weltbriefmarkenausstellung „BULGARIA ´89“, 22.-31.5.1989 in Sofia; IPHLA´89 (Internationale Literaturausstellung) in Frankfurt am Main, Freundschaftsausstellung vom 10.-16.4.1989 in Györ (Ungarn); NAPOSTA ´89 vom 19.-23.4.1989 in Frankfurt am Main; Briefmarken-Weltausstellung PHILEXFRANCE 89 vom 7.-17. Juli 1989 in Paris, NORDIA´89 vom 7.-11-6.1989 in Frederikstad (Norwegen), OLYPMPHILEX 88 in Seoul (Süd-Korea); „Philatelia 89“ Köln vom 3.-5.11.1989 MEDFILEX 89 vom 26.-30.9.1989 in Budapest (Ungarn); SOZPHILEX 89 im Oktober 1989 in Bacau (Rumänien); Freundschaftsbriefmarkenausstellung „Kuba-DDR“ vom 7.-12.10.1989 in Cienfuegos (Cuba)

1990 Die 27. DDR-Briefmarken-Preisumfrage beschränkt sich erstmals seit 20 Jahren auf eine Frage: Welche Ausgabe des Jahres 1989 ist am besten gelungen? Die Diskussionen rissen nicht ab. Ein wesentlicher Punkt war: Wie sieht sich der Verband als Interessenvertreter der Sammler?: Es gab sie zur Emissionspolitik der Post, zum internationalen Briefmarkenhandel der DDR, zu den Lipsia-Katalogen, zum Auslandstausch, zur Belieferung der Sammler mit Nachträgen für die Vordruckalben usw.
Für den 27.Januar 1990 wurde außerplanmäßig die 10. Tagung des Zentralvorstandes nach Berlin einberufen. Vor allem ging es um die Frage, bleibt der Verband im Kulturbund oder wird er eigenständig? Peter Fischerals Vorsitzender des Verbandes, definierte den Verband als einen „Freizeitverband ohne parteipolitische Verpflichtung und ohne weltanschauliche Einengung, der philatelistische Fachkompetenz zu vertreten und philatelistische Wertvorstellungen zu verteidigen hat und der sich als Interessenvertreter seiner Mitglieder versteht.“ (se 5/1990, A.P.)
Betr. der Frage, wie geht es mit dem Verband weiter, fand der Vorschlag Zustimmung, die Mitglieder entscheiden zu lassen und das nach dem außerordentlichen Bundeskongreß des Kulturbundes im März 1990. Nach dem Bundeskongreß stand fest: Die Philatelisten wollen den Kulturbund verlassen.
Ab 1.3.1990 gab es neue Regeln für den Auslandstausch, das Tauschlimit wurde auf 1000,00 Mark/Jahr nach dem Lipsia-Katalog erhöht. Neu eingeführt wurde der Nominaltausch in Höhe von 400,00 Mark der DDR/Jahr. Die Sperrfrist von drei Monaten für DDR-Neuheiten wurde aufgehoben. Begrenzungen für den Inhalt und die jährliche Verlängerung der Tauschgenehmigung entfiel. Diese Veränderungen erfolgten auf Antrag des Philatelistenverbandes bei Ministerium für Außenhandel.
In Umsetzung der „Vorschläge zur Veränderung“ vom November 1989 erfolgten weitere Veränderungen:
Der Schwaneberger Verlag München stellte dem Verband 5000 Michel-Deutschland-Kataloge 1989/90 sowie eine begrenzte Anzahl von anderen Katalogen zur Verfügung, die durch die Bezirksvorstände gegen eine Schutzgebühr (Mark der DDR) verteilt wurden. Desweiteren gab es Bemühungen in Ablösung der Lipsia-Kataloge mit dem Herausgeber der Michel-Kataloge in Kooperationsbeziehungen zu kommen. Der Druck der Lipsia-Kataloge wurde im April eingestellt.Ab März wurde den Bezirks- und Kreisvorständen jeweils ein Exemplar der „Deutschen Briefmarken-Zeitung“ (DBZ) und das INTERPHILA-Adreßbuch zur Verfügung gestellt.
In Thüringen (Bezirke Erfurt, Gera, Suhl) gründeten 1m 18.2.90 in Erfurt den provisorischen Landesverband Thüringen. Der erste Landesverbandstag soll am 7.7.90 stattfinden.
Bezugnehmend auf das Verbot des Handel mit Briefmarken (sh. 1972) aus der Zeit von 1933-1945 wird vom Philatelistenverband gemeinsam mit dem VEB Philatelie Wermsdorf eine Anfrage beim Ministerium für Handel und Versorgung gestellt getreu dem Grundsatz, daß durch ein Verbot die Vergangenheit weniger bewältigt als verdrängt wird. Es wurde auf andere Ministerien verwiesen, von denen aber auch keine Antwort kam. Also ging man davon aus, das dieses Verbot durch die Praxis aufgehoben wurde.
Am 12.4.1990 wird in Leipzig ein „Philatelistischer Händlerverband der DDR“ (PHV) gegründet.
Eine „avantgardistische Veranstaltung“, wie es der Auktionator Wolfgang Jukubek selbst bezeichnete, war die erste deutsch-deutsche Briefmarkenversteigerung durch das weltbekannte Hamburger Auktionshaus und dem VEB (Volkseigener Betrieb) Philatelie Wermsdorf am 5. Mai im ostberliner Grandhotel. Ein Abzug der „Mauritius 1 Penny und 2 Pence“ von der Originalplatte auf handgeschöpftem Kartonpapier ging für den Erlös von 3500,00 DM auf Wunsch des Einlieferers an ein Kinderheim im (Ost) Berliner Stadtbezirk Prenzlauer Berg. In den ersten Monaten nach der Öffnung der Grenze wurden mehrere Auktionshäuser bzw. Briefmarkenhandlungen in der noch bestehenden DDR gegründet. Der „sammler express“ gewann zusehends an Farbe und Qualität und berichtete nach wie vor aktuell über das philatelistische Geschehen (Preis immer noch: 1,20 M der DDR, ab Heft 13/90 2,50 DM aber mit Rabatten für Mitglieder des Philatelistenverbandes).
Anfang August werden die Landesverbände Mecklenburg-Vorpommern sowie Thüringen und die noch amtierenden Bezirksvorstände darüber informiert, dass sich eine Übergangslösung eines neuen Verbandes Deutscher Philatelisten der DDR als nicht effektiv erscheint. Den bestehenden Landesverbänden und denen, die sich in der Gründung befinden wird empfohlen, sich direkt dem BdPh anzuschließen. Der Zentralvorstand des Philatelistenverbandes der DDR wird am 3.11.19909 letztmalig zusammentreten und seine Auflösung beschließen. Den Jugendarbeitsgemeinschaften wird empfohlen, Landesringe der Philatelistenjugend zu bilden.
Vom 5.-7.10.1990 fand in Friedrichshafen am Bodensee der 44. Bundestag des Bundes Deutscher Philatelisten e.V. statt. Zum ersten Mal nahmen Vertreter der neuen Landesverbände daran teil.
Auch rein philatelistisch gesehen, war es eine sehr interessante Zeit.
Am 1.7.1990 wurde die DM in der DDR eingeführt. Die Postgebühren änderten sich. Die Marken der DDR (alle seit dem 1.1.1964 verausgabten) behielten ihre Gültigkeit bis zum 2.10.1990. Es sind also Mischfrankaturen mit Marken der BRD-DDR-Westberlin möglich. Am 2.7.1990 erschienen neue Briefmarken – die ersten in DM-Währung. Die Landesbezeichnung „DDR“ wird gegen „Deutsche Post“ ausgetauscht. Eine Ausnahme bildet die Briefmarke zur Alphabetisierung vom 24.7.1990, die mit einem Aufdruck des neuen Wertes „30 + 5“ versehen wurde. Briefmarken der DDR werden ab dem 1.7.1990 nicht mehr an den Postschaltern verkauft. Per 30.6.1990 wurde die Möglichkeit der Einlieferung von Einschreibsendungen bei Selbstbedienungseinrichtungen aufgehoben. Die mit einem Werteindruck versehenen SbPA-R-Zettel können noch bis zum 31.7.1990 verwendet werden, allerdings nur bei der Einlieferung am Postschalter. Mit Wirkung vom 1.7.1990 wird der Zentrale Kurierdienst (ZKD) eingestellt und durch die Datapost der Bundespost ersetzt. Am 2.10.1990 – der letzte Tag der DDR – erschienen zwei Briefmarken zum 100. Todestag von Heinrich Schliemann, die wie die anderen in DM-Währung ihre Gültigkeit bis zum 31.12.1991 behielten. Die DDR-Marken verloren ihre Gültigkeit.
Seit dem 1.7.1990 gelten für den Briefmarkentausch innerhalb Deutschlands keine Zollbestimmungen mehr, damit wurde auch die Arbeit aller (Auslandstausch-)Kontrollstellen eingestellt. Für den Tausch mit Ländern außerhalb Deutschlands sind die Sammler nun selbst verantwortlich.
Der 19. DDR-Ausscheid im Jugendwettbewerb wird letztmalig vom 6.-8.7.1990 in Reibitz (Kreis Delitzsch) durchgeführt.


Ausstellungen: Der 7. Zentrale Leistungsvergleich wurde ausgesetzt. „Flora 90“ auf der iga in Erfurt vom 29.6.-8.7.1990;11. Briefmarkenausstellung der Jugend der DDR, Halle, vom 29.6.-2.7.1990 –so war es geplant – stattgefunden hat die Ausstellung dann vom 30.6.-2.7., also genau zum Termin der Währungsumstellung. 175 Exponate sind der Jury vorgelegt worden, ca. 100 waren für die Besucher zu sehen.

Die NORDPOSTA 90 findet vom 27.-28.10.1990 im Congress Centrum Hamburg statt. Sie soll zum ersten Mal als gesamtdeutsche Veranstaltung durchgeführt werden.

Internationale Ausstellungen: Etwas ganz Besonderes war die „Quadronale Leer ´90“ zu Pfingsten – eine Ausstellung von Exponaten aus der UdSSR, den Niederlanden, der BRD und der DDR. Die Planung dieser Ausstellung begann zwei Jahre zuvor. Der Veranstaltungsleiter Ernst Müller kam auf die Idee, neben der UdSSR auch die Niederlande und die DDR einzuladen. So kam es dann und etwas wurde möglich, was lange nicht möglich war – eine offizielle Begegnung BRD-DDR. Damit wurde „Leer ´90“ zur ersten und einzigen deutsch-deutschen Briefmarkenausstellung. Am „Rande“ gab es ein Arbeitsgespräch zwischen beiden Verbänden. Als Ziel wurde der Zusammenschluß beider Verbände für 1991 angestrebt.
Internationale Briefmarkenausstellung „Stamp World London 90“ vom 3.-13.5.1990 in London; „Düsseldorf ´90“ vom 20.-26.6.1990, 35 000 Besucher – die DDR beteiligt sich mit 16 Exponaten. Der FIP-Jugendwettbewerb findet während der Ausstellung unter dem Thema „Der Rhein“ statt. Die Teilnehmer kommen aus den Bezirken Rostock, Dresden und Berlin.; Freundschaftsbriefmarkenausstellung UdSSR-DDR vom 16.-29.4. in Uljanowsk, 20 Exponate kommen aus der DDR. „CSFR-DDR“ vom 29.6.-3.7.1990 im Palast der Republik in Berlin
Gegenseitige Beteiligungen an regionalen Ausstellungen zwischen den beiden bestehenden deutschen Staaten nahmen unkompliziert zu.
WIEN ´90, 29.8.-2.9.90 in Wien –17 Exponate aus der DDR
Die letzte Beteiligung des Philatelistenverbandes im Kulturbund e.V. erfolgte vom 12.-18.10.1990 in Budapest an der 63. Landesausstellung der Philatelie. Der Verband war mit fünf Exponaten vertreten.

„Das war’s“– so endete am 3.11.1990 in Berlin die 12. Tagung des Zentralvorstandes des Philatelistenverbandes im Kulturbund e.V.


Quellenangaben:
„Philatelie zwischen gestern und heute, 1945-1979, Peter Fischer und Dr. Wolfgang Gudenschwager
Sammlerexpress
Deutsche Briefmarkenzeitung (DBZ)
Landesverbandsnachrichten des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern
Sammlung von Jürgen Lange, Plau
Sammlung des LV (Kersten/Theile, Schwerin)
Sammlung Sehlke, Neubrandenburg



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