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Vereine in M-V:



Greifswald

Philatelisten-Verein Greifswald e.V.

Vorsitzender:


email:philateliehgw@gmx.de
www.philaverein.greifswald-online.de

Vereinstreff:


"Haus der Begenung"
Trelleborger Weg 37
17493 Greifswald (Stadtteil Ostseeviertel)
Großer Saal

Vereinsgeschichte:

Aus der Geschichte der Greifswalder Briefmarken-Vereine (1921-1945)

Im Jahr 1908 nahm der "Greifswalder Briefmarkensamm1er-Verein"
später "Briefmarken- Tauschverein" seine Tätigkeit auf. Ob es wirklich der erste Verein in unserer Stadt war, wissen wir allerdings nicht genau. Das hiesige Vereinsregister gibt darüber leider keine Auskunft. Die Entwicklung der organisierten Philatelie lässt sich dann bis etwa 1922 weiter verfolgen. Es wurde dazu bereits in den Vereins-Nachrichten und Katalogen berichtet.
Danach gab es eine große Lücke bis 1945. Ab Mitte der 1930er Jahre begannen die "Gleichschaltungsbemühungen" des NS-Regimes - solange bis die Philatelie- Verbände mit ihren Mitgliedern und Vereinen in der staatsnahen Organisation der Bewegung "Kraft durch Freude" aufgingen und ihre Identität verloren.
Die genannte Lücke in der Entwicklung von 1922-1945 kann jetzt mit der Hilfe unseres ältesten Vereins-Mitgliedes Siegfried Nehls (Jahrgang 1925) weitestgehend aufgeklärt werden. Sein Vater Paul Nehls war seit 1920 in Greifswald philatelistisch aktiv. Er begeisterte seinen Sohn Siegfried bereits in den Kinderjahren für das schöne Hobby. Dieser besuchte ab seinem 10. Lebensjahr an der Seite des Vaters die Veranstaltungen des Briefmarken- Tauschvereins im Vereinslokal "Zur Traube" und tauschte mit anderen Jugendlichen Briefmarken.
"Das Vereinsleben basierte überwiegend auf beruflichen und familiären Bindungen und Beziehungen", so beschreibt es Sammlerfreund Nehls in seinen
Aufzeichnungen. Etwa 10 Personen kann er noch heute mit Namen, Anschrift und Berufbenennen. Die Tauschveranstaltungen sowie Ausstellungen fanden im Hotel "Zur Traube" in der Bismarckstr. 3 (heute: Johann-Sebastian-Bachstraße) statt. Weitere Briefmarken-Ausstellungen gab es in der Hansahalle und im Gymnasium. Die letzte Ausstellung wurde zum "Tag der Briefmarke" 1941 durchgeführt. Eine zentrale Figur imVerein war der Oberpräparator der Universität (Anatomie und Zoologie) Max August Schilling. Er war wohl von 1921/1922 bis 1945 Vorsitzender des Tauschvereins.
Im Verein gab es einen Neuheitenbezug für die deutschen Sammelgebiete. Verantwortlich war Lebensmittelhändler Hermann Sattler - er hatte drei Geschäfte in der Stadt. Sattler organisierte auch den Rundsendedienst. Die Auswahlhefte stellte in der Regel die Druckerei Abel her. Der Vater unseres Sammlerfreundes Nehls war hier tätig und organisierte den Druck. Neben den Briefmarken aus Deutschland waren auch die aus Skandinavien, Österreich und der Schweiz sehr beliebt. Die Sammler besuchten sich oft untereinander. Der Tausch war wesentlich intensiver als in der " Traube". Weiter schreibt Herr Nehls: "Die Ehefrauen der Sammler waren zwar "philatelistisch" nicht beteiligt, standen den Aktivitäten ihrer Ehepartner jedoch aufgeschlossen gegenüber. Eine Jugendarbeit, wie wir sie heute kennen, gab es nicht. Allerdings gab es individuelle Kontakte unter den Söhnen der Sammler und deren Schulfreunde. Hier wurde eifrig getauscht. Gegen Ende des 2. Weltkrieges wurde es ruhiger um den Verein. Zahlreiche Sammlerfreunde wurden Soldat und mussten in den Krieg ziehen. Nach 1945 fanden viele der einstigen Philatelisten aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr nach Greifswald zurück. Der Greifswalder Tauschverein konnte trotz einiger Bemühungen seine Tätigkeit nicht wieder aufnehmen. So kam es erst 1948 wieder zu neuer organisierter Philatelie und Vereinsbildung in der Hansestadt.

Am 25.11.1948 wurde in Greifswald ein Arbeitskreis des Kulturbundes für Briefmarkenfreunde gegründet. Dieses Datum gilt als Gründungstag der organisierten Philatelie in Greifswald nach dem 2. Weltkrieg. Der bald als Wirkungsgruppe Philatelie des Kulturbundes bezeichnete Arbeitskreis nannte sich ab dem 28.10.1949 Arbeitsgemeinschaft Philatelie des Kulturbundes. Der jährliche „Tag der Briefmarke“ war Anlass für öffentliche Ausstellungen und Tauschveranstaltungen. Im Rahmen der 500-Jahrfeier der Ernst-Moritz-Arndt-Universität im Oktober 1956 veranstalteten die Greifswalder Philatelisten bereits eine Gemeinschafts-
Ausstellung der drei Nordbezirke. Auf die Aktivitäten der Greifswalder Philatelisten wurde man DDR-weit aufmerksam. Die Arbeit mit den Jugendlichen setzte seit Jahren Maßstäbe. Im KKW Nord Lubmin gab es eine Interessengemeinschaft Philatelie und im Kreisverband waren 230 Mitglieder organisiert. Im Jahr 1984 übernahm Dieter Grusenick die Leitung der Arbeitsgemeinschaft.
Durch Beschluss der Mitgliederversammlung erfolgte am 02.08.1990 die Gründung des „Briefmarken-Sammler-Verein Vorpommern Greifswald“ mit 34 Mitgliedern. Unterstützung erhielt der Verein durch den Briefmarken-Sammler-Verein „Niedersachsen“ e. V. Osnabrück.
Der Vereinsname wurde erneut geändert und am 17.08.1990 erfolgte der Eintrag im Vereinigungsregister des Kreisgerichtes Greifswald als „Philatelisten-Verein-Greifswald e.V.“.
Im neu gegründeten „Landesverband Philatelie e.V. Mecklenburg-Vorpommern“ erhielt der Verein entsprechend dem Gründungsdatum die lfd. Nummer 0001. Zum Vorsitzenden wurde Dieter Grusenick gewählt. Ab 2002 wird der Verein von Jörg Tamm geleitet.
Die Vereinsarbeit der 90-er Jahre war von der Teilnahme an mehreren Ausstellungen und Werbeschauen geprägt. Philatelistisch begleitet wurden die Deutschlandtreffen der Pommern in den Jahren 1996 bis 1998 in Greifswald, das Jubiläum "100 Jahre Postgebäude am Markt" und der 50. Jahrestag der organisierten Philatelie in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald im Jahre 1998. Die Präsentation der Sondermarke zum 750. Jahrestag der Stadt Greifswald am 13.04.2000 durch das Bundesministerium der Finanzen im Rathaus der Stadt bildete für unseren Verein den Auftakt zu einer Reihe philatelistischer Veranstaltungen.
Der 10. Landesverbandstag der Philatelisten in Mecklenburg-Vorpommern wurde im gleichen Monat in Greifswald ausgerichtet. Ausstellungen fanden anlässlich des 150. Geburtstages des Mediziners und Forschers Prof. Friedrich Loeffler im Jahr 2002, der Ausgabe der Briefmarke “Leuchtturm Greifswalder Oie“ im Jahr 2004, der Festwoche „550 Jahre Universität Greifswald“ im Jahr 2006 und zum 60. Jahrestag der organisierten Philatelie in Greifswald im Jahr 2008 statt.. Zu allen Veranstaltungen gab es Sonderstempel und Erinnerungsbelege. Sehr erfolgreich gestaltete sich die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Universitäts- und Hansestadt Greifswald und dem Stadtarchiv Greifswald. Ein vorläufiger Höhepunkt für den Verein bildete im Oktober 2010 die Ausrichtung der Festveranstaltung zum 20. Jahrestag der Gründung des Landesverbandes, des Tages der Briefmarke 2010 und die philatelistische Begleitung des Jubiläums "100 Jahre Friedrich-Loeffler-Institut Insel Riems".
Die monatlichen Tauschtage und die Veranstaltungen zum „Tag der Briefmarke“ sowie eine jährlich stattfindende vereinsinterne Auktion sind Ausdruck eines regen Vereinslebens. Die Erforschung der Greifswalder Postgeschichte findet in der Heimatsammlung des Vereins ihren sichtbaren Ausdruck.



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